Das Netzwerk
Wir bieten

- Seminare in Frauentagungshäusern
- Die Themen: lesbenspezifisch, Frauengesundheit und unsere Arbeit betreffend
- lustvolles Arbeiten in schöner Umgebung
- Raum zur Reflexion persönlicher und gesellschaftlicher Hintergründe
- Zeit für Entspannung und gemeinsames Feiern
- Einen Rundbrief zum Informationsaustausch
- Einen Pool von Informationen über Arbeitsschwerpunkte, Spezialgebiete und Kompetenzen von Mitfrauen
Charlotte e.V. Netzwerk lesbischer Ärztinnen
Lesbische Frauen in Fernsehserien, öffentliches Coming-out von Popstars, sogar einzelne offen lesbische Politikerinnen – daran hat man sich gewöhnt. Im Gesundheitsbereich sind Lesben in Deutschland dagegen noch kein Thema.
In Charlotte e.V. haben sich etwa 80 lesbisch lebende Ärztinnen und Medizinstudentinnen vernetzt, um Kontakt zu gleich gesinnten zu bekommen, sich regelmäßig auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen. Das Netzwerk wurde 1999 gegründet.
Kernpunkt der Vernetzung sind die zweimal im Jahr stattfindenden Seminare. Dort werden Themen bearbeitet, die sich aus der Arbeit als lesbische Ärztinnen ergeben oder Lesbengesundheit und Lesbenkultur betreffen.
Ärztinnen sind es gewohnt, viel zu arbeiten, schnell Entscheidungen treffen und Lösungen anbieten zu müssen. Die Seminare haben bewusst einen anderen Schwerpunkt. Die Arbeit zu den Themen findet in schöner Atmosphäre statt, es ist genug Zeit für tieferen persönlichen Austausch und die Diskussion gesellschaftlicher Aspekte. Auch die Entspannung kommt nicht zu kurz.
Nicht zuletzt feiern die Charlotten gerne, deshalb wurde 2006 schon der dritte Charlottenberger Ärztinnenball gefeiert.
Ein Rundbrief bietet den Mitfrauen zweimal im Jahr Informationen, zwischendurch werden Infos per E-mail verschickt.
Der Namen des Netzwerks bezieht sich auf Charlotte Wolff. Sie war eine jüdische deutsche Ärztin, die in der NS-Zeit aus Deutschland über Frankreich nach England emigrieren musste. Sie hat lesbisch gelebt und sich auch wissenschaftlich mit lesbischer und bisexueller Lebensweise beschäftigt.
Die Charlotte-Mitfrauen kommen aus ganz unterschiedlichen beruflichen Feldern, aus unterschiedlichen Gegenden Deutschlands und aus Generationen von der Studentin bis zur Ärztin im Ruhestand. Im Austausch geht es viel um den Umgang mit der lesbischen Lebensweise im (beruflichen) Alltag. Wie offen sind die Einzelnen gegenüber KollegInnen, Vorgesetzten oder PatientInnen? Wie kann ein Coming-out gestaltet werden, wie mit Diskriminierung umgegangen werden? Das wertschätzende Interesse an den Unterschieden und Gemeinsamkeiten prägt die Atmosphäre im Netzwerk und führt zu langjährigen Kontakten und gegenseitiger Unterstützung der Mitfrauen.
Das ausschließlich aus Mitfrauen-Beiträgen finanzierte und in ehrenamtlicher Arbeit organisierte Netzwerk mischt sich (noch) nicht direkt in die Politik ein. Durch das Netzwerks wird jedoch die Existenz von lesbischen Ärztinnen öffentlich sichtbar. Auch die einzelnen Mitfrauen kommen nach den Treffen mit neuer Power und Selbstbewusstsein in ihren beruflichen und persönlichen Alltag zurück.